DREI GENERATIONEN BÄCKEREI GERBER - GESCHICHTE EINES FAMILIENBETRIEBES

Seit 1910 existiert die Bäckerei an der Lörracherstrasse. Begründet wurde sie durch die Familie Steeb, weitergeführt durch die Familie Stebler. Im Jahr 1949 übernahm Fritz Gerber mit seiner Familie den Betrieb.

 
 

Die erste Generation - Aufbau

Nebst Bäckerei- und Konditoreiprodukten wurde auch ein umfangreiches Sortiment an Lebensmitteln angeboten, welches den täglichen Bedarf abdeckte. Milchprodukte jedoch wurden damals vom Milchmann in Glasflaschen und mehrheitlich im Offenverkauf direkt in die Haushalte geliefert. Raucherwaren und alkoholische Getränke rundeten das Sortiment des Bäckerei-Ladens ab.

Lebensmittel wie Reis, Mehl, Zucker oder Mais wurden offen verkauft und nach gewünschter Menge abgepackt. Für Öl und Essig standen zwei Glasbehälter im Regal. Hier wurde nach Bedarf abgefüllt. 
 

 
 

Lebensmittel wie Reis, Mehl, Zucker oder Mais wurden offen verkauft und nach gewünschter Menge abgepackt. Für Öl und Essig standen zwei Glasbehälter im Regal. Hier wurde nach Bedarf abgefüllt. 


Die Lörracherstrasse war ein Arbeiterquartier. Man musste sich das Geld einteilen und meist wurde nur das Nötigste eingekauft. Stückli, Patisserie oder Kuchen gönnten sich die Kunden nur, wenn Zahltag war.


Um das Geschäft etwas anzukurbeln bemühte sich Fritz Gerber um die Belieferung von Heimen und Spitälern. Dies stellte sich als schwierig heraus: Die alteingesessenen Bäckereien des Dorfes hatten sich die Lieferungen schon vor der Übernahme der Bäckerei an der Lörracherstrasse aufgeteilt. 




 

So versuchte er es wie der Milchmann und brachte seine Backwaren mit einer täglichen Tour direkt zu den Kunden. Das lief gut an und es wurde ein Ausläufer angestellt, der diese Aufgabe übernahm.
 

Im Jahre 1953 wurde der Holzofen, der dem steigenden Umsatz nicht mehr genügte, durch einen Elektroofen ersetzt.


Bedingt durch die Grenznähe und eine Lockerung der Ausfuhrbestimmungen kamen viele deutsche Kunden, die täglich unser Baslerbrot kauften und schätzten. Weggli gab es zu dieser Zeit noch wenig, die Menschen assen Brot und das wurde als Kilo gekauft.

Durch Qualität und pünktliche Lieferung konnten nach und nach Schulen, Heime, Restaurants und Spitäler für Lieferungen gewonnen werden. Auch Spezereiläden zählten als Wiederverkäufer zu unseren Kunden. Die Lieferungen wurden zum zweiten Standbein und trugen dazu bei, dass die Bäckerei überleben konnte.
Das Haus wurde 1964 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Backstube mit viel Tageslicht und ein ebenerdiger Laden wurden zum neuen Herzstück der Bäckerei.

Der neue Elektroofen 1955 & Marie Gerber (links) vor dem Laden um 1960

DIE ZWEITE GENERATION –
AUSBAU DES ZWEITEN STANDBEINS

Im Jahre 1972 übernahm der Sohn Freddy Gerber mit seiner Frau Sonja die Bäckerei vom Vater. 30 Jahre führten die beiden mit viel Fleiss und Herzblut das Geschäft. 

Das Angebot im Laden wurde erweitert und dem wechselnden Konsumverhalten der Kunden laufend angepasst: Es gab nun wunderschöne Torten nach Kundenwunsch, gefüllte Weggli für Handwerker, Confiserie-Artikel, aber auch Wurst und Käse. Die umtriebigen Gerbers entwickelten feine Happen und schöne Schaubrote für Familienfeiern oder Vereinsanlässe und bauten die Lieferungen weiter aus. 

 
 

Hohe Qualität, Flexibilität und Pünktlichkeit sowie das gute Verhältnis zur Bevölkerung im Dorf sorgten dafür, dass die Bäckerei Gerber einen festen Platz im Riehener Gemeindeleben bekam. Eine Filiale im Niederholz sowie ein Cafe in Basel trugen zum erfolgreichen Ausbau des Geschäftes bei.

Im Jahr 2000 wurde der Laden an der Lörracherstrasse komplett umgestaltet und mit seiner freundlichen, hellen und offenen Inneneinrichtung auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet. Die Schaufensterdekorationen und Geschenkartikel von Sonja Gerber sind legendär und die feinen Apéro-Gebäcke und Speckkeks von Freddy Gerber weit bekannt. Der grosse Einsatz von Sonja und Freddy Gerber sind überall zu sehen und zu spüren.

 
 

DIE DRITTE GENERATION –
APÉRO-SERVICE ALS DRITTES STANDBEIN

Im Jahre 2002 wurde der Betrieb mit einer guten Existenzgrundlage an den Sohn Thomas Gerber übergeben. Der Apéro-Service entsteht und wird zum dritten Standbein. Thomas’ Frau Barbara baut mit Freude und Begeisterung dieses neue Geschäftsfeld aus. Die einzigartigen Häppchen und das beliebte Fingerfood für jeden Anlass erweitert das Team mit Kreativität und handwerklichem Geschick. Zahlreiche Lieferungen von Mittagessen in Firmen oder von Verpflegung für Schulanlässe oder Ausstellungseröffnungen ergeben sich. Der persönliche Catering-Service für Hochzeiten, Familienfeiern, Abdankungen, Geburtstage oder Firmenevents kommt gut an.

 
 

Handwerk wie Berufsstolz werden gepflegt, die traditionellen Backwaren und Spezialitäten haben im Sortiment ihren wichtigen Platz neben vielen neuen Artikeln. Freddy und Sonja Gerber helfen weiterhin gerne im Betrieb mit. Sie sind mit Ihrem Wissen, aber auch der Ruhe und der Erfahrung allzeit in der Backstube wie im Laden willkommen. Die Aenis-Gutzi von Freddy Gerber und die Hackdatschli von Frau Sonja sind unerreicht! 
 

Der Betrieb ist ein echter Familienbetrieb. Je nach Arbeitsaufkommen sind in der Backstube neben dem Bäckerei-Team auch alle Familienmitglieder am werkeln. Die vierte Generation – Tochter Franziska – hilft bereitwillig mit und ist bei der Kundschaft gern gesehen.
 

Die Baustelle um die Sanierung und Umgestaltung der Verkehrsverbindung Basel-Riehen brachte viele Veränderungen und Chancen für die Bäckerei. Mittlerweile sind wir nicht nur gern eine typische Quartiersbäckerei sondern mit Parkmöglichkeiten vor dem Haus und vielen neuen Angeboten im Laden offen für neue Kunden und gerüstet für die Zukunft.   

DIE GENERATIONEN IN BILDERN